20 Okt Perfekt gesnackt!
Mit Microcontent zum Erfolg

Die konstante Informationsflut beeinflusst unsere Konzentrationsfähigkeit. Gemäss einer Studie von Microsoft ist die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne des Menschen zwischen dem Jahr 2000 und 2013 von zwölf auf acht Sekunden gesunken und liegt mittlerweile unter der eines Goldfisches – der schafft es immerhin noch 9 Sekunden lang aufmerksam zu bleiben.

Wer heutzutage seine Kunden erreichen möchte, muss also auffallen. Dies gelingt mit sog. «Snackables» oder «Microcontent». Darunter versteht man kurze, wirkungsvolle Content-Häppchen, die auch auf mobilen Geräten funktionieren und gefallen. In den sozialen Medien ist dieser Trend schon längst in vollem Gange. So verzeichnen Netzwerke wie Instagram, Snapchat & Co., welche diese Entwicklung am konsequentesten verfolgen, auch den grössten Zuwachs. Aber auch etablierte Player wie Facebook und Twitter tragen der veränderten Mediennutzung Rechnung und passen ihre Plattformen laufend dem Trend hin zu kleinteiligen, visuellen Inhalten an.

Snackable Content in der Marketing-Kommunikation

Was sich im privaten Umfeld schon längst etabliert hat, wird von Unternehmen – zumindest im deutschsprachigen Raum – allerdings meist noch eher zurückhaltend eingesetzt. Das wird sich aber in absehbarer Zeit ändern, denn auch die Plattformen arbeiten mit Hochdruck daran, attraktive Werbeformate für Unternehmen zu entwicklen.

Argumente für «Snackables» in der Unternehmenskommunikation:

  • Keine aufwändige Produktion
  • Hoher Unterhaltungswert
  • Virales Potential
  • Einfache «inline» Distribution
  • Ideal für Mobile-Marketing

 

Nachfolgend zeigen wir einige Beispiele für populäre Microcontent- bzw. Snackable-Formate.

Animierte GIFs

Das Grafikformat aus den 80er Jahren feiert seit einiger Zeit ein erstaunliches Comeback. Dabei handelt es sich um ein Bildformat, dass mehrere übereinanderliegende Einzelbilder in einer Datei abspeichern kann. Im Webbrowser werden diese Einzelbilder dann, wie beim guten alten Daumenkino, als Animation abgespielt. GIFs benötigen keinen Player und funktionieren fast überall, ob in E-Mails, auf Webseiten oder in Social Media. Vor einigen Wochen hat auch Facebook «eingelenkt» und animierte GIFs auch auf Firmen-Pages zugelassen. Auf spezialisierten Portalen wie giphy.com finden sich unzählige Beispiel, die von «Cat-Content» bis hin zu animierten Infografiken reichen.

giphy (1)

Instagram Fotos und Videos

Instagram wächst und wächst. Das Netzwerk für Foto- und Video-Post ist bei Social-Media Managern bekannt für seine hohe Interaktionsrate. Videos können auf Instagram maximal 15 Sekunden lang sein, Texte sind eher nebensächlich. Allerdings kann durch den gezielten Einsatz von #Hashtags eine beachtliche, organische Reichweite erzielt werden.

Twitter Videos

Twitter bietet ebenfalls die Möglichkeit GIFs oder Videos nativ einzubinden. Hier beträgt die maximale Spielzeit aktuell 30 Sekunden für normale Accounts – für Brands sind bis zu 10 Minuten möglich. In der Mobile App werden ausserdem auch rudimentäre Bearbeitungs-Tools angeboten. Interessant sind auch die zu Twitter gehörenden Dienste Vine und Periscope. Vine Videos sind maximal 6 Sekunden lange Stop-Motion-Filme, die jeweils endlos geloopt werden. Mit der Periscope App hingegen wird jeder Smartphone-Besitzer zum Live-Broadcaster bzw. kann mit einem Knopfdruck einen Live-Stream an beliebig viele Follower senden.

Snapchat

Snapchat ist grundsätzlich eine (visuelle) Messenger App und steht zumindest teilweise in Konkurrenz zu Diensten wie WhatsApp usw. Die mittlerweile über 200 Millionen aktiven Nutzern, welche im Durchschnitt 18 Jahre alt sind, senden sich sog. «Snaps» zu. Das sind Bilder oder Videos, die sich nach einmaliger Betrachtung selbst löschen. Einzelne Snaps können auch zu sog. Stories zusammengefügt werden, welche dann eine Halbwertszeit non 24 Stunden haben. Auch hier kommen laufend neue Möglichkeiten für Brands und Unternehmen hinzu.

Branded Emoji

Als jüngste und auch mit Abstand kleinste Vertreter der Microcontent-Familie werden gebrandete Emojis immer beliebter. Sie werden sowohl auf Twitter als auch in den, gerade bei jungen Zielgruppen, äusserst populären  Messenger Apps (WhatsApp, Facebook Messenger, WeChat usw.) eingesetzt. Als kleinste Content-Entitäten zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie quasi «inline» in die Kommunikation integriert werden können. Aktuellstes Beispiel für den Einsatz gebrandeter Emojis ist die Kampagne zum Start des neuen StarWars-Films, aber auch innovative Brand wie Coca-Cola oder Starbucks haben schon Erfahrungen mit entsprechenden Kampagnen gesammelt.